Aktuelles aus Rumänien

 

Unter dieser Rubrik erscheinen Zeitungsausschnitte oder uns zugeschickte Artikel verschiedener Verfasser, ohne einen direkten Zusammenhang mit Papageno.

Wir finden es auch wichtig, dass auch unsere Mitarbeiter in Rumänien ihre gemachten Erfahrungen
- ob Gut oder Schlecht -,  allen interessierten Lesern weiter geben können.

Zusätzlich sind weitere Internet-Informationen über Hilfswerke enthalten, welche in Rumänien tätig sind

 

2011 Aus der Presse:  Meldungen Neue Nidwaldner / Luzernerzeitung  (Ausgabe 23.10.2011)

Korruption vertreibt Investoren aus Rumänien

Wegen schlechter Infrastruktur, überbordender Bürokratie und vor allem wegen der Korruption verlassen viele Investoren wieder das Land.

Für viele ausländische Investoren ist Rumänien inzwischen ein rotes Tuch. Coca Cola hat seit 2008 seine Fabriken in Bukarest, Oradea und Iasi geschlossen und die Produktion der braunen Brause ins benachbarte Moldawien verlagert; an drei weiteren Standorten in Rumänien hält das US-Unternehmen allerdings fest. Der Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé hat seine Glace-Produktion nach Bulgarien verlegt. Colgate Palmolive ist von Rumänien nach Polen gezogen

Rumänien, das grösste Land Südosteuropas, bietet zahlreiche Investitionsmöglichkeiten. Die Löhne sind niedrig, die Arbeitskräfte verhältnismässig gut ausgebildet. Aber das Land leidet auch unter einer ausufernden Bürokratie. So kennt kein anderes Land in der EU so viele verschiedene Steuern: Seine 113 Steuerarten sind Europarekord. Vor allem aber ist die Korruption in der Politik, der Verwaltung und der Wirtschaft weit verbreitet. Je grösser die «Geschenke», desto fleissiger sind Beamte – und umgekehrt. «Ich habe mit Vertretern von ausländischen Unternehmen im Land gesprochen. Sie leiden unter Korruption, Mangel an Transparenz und dem Mangel an Berechenbarkeit. Viele US-Unternehmen zögern, nach Rumänien zu kommen», sagte der amerikanische Botschafter Mark Gitenstein im Juli. Auch der französische Botschafter Henri Paul sagte, viele Investoren aus Frankreich hätten sich über nicht allzu diskrete Aufforderungen geärgert, Schmiergeld zu zahlen. Allein 2010 scheiterten Investitionsvorhaben in Höhe von 800 Millionen Euro (1000 Milliarden Franken).

 

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25.10.2011 / HRM

Schlechte Infrastruktur

Auch die schlechte Infrastruktur vertreibt Investoren. So entschied sich Daimler 2008 gegen den Bau einer Fabrik in Rumänien. Nun lässt es seine A- und B-Klasse im benachbarten Ungarn bauen. Investitionssumme: 2 Milliarden Euro. Ein Grund dafür waren die schlechten Strassen. Rumänien hat mit 321 Kilometern das kürzeste Autobahnnetz eines vergleichbar grossen Landes. Damit sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten gerade mal 200 Kilometer gebaut worden. Zum Vergleich: Das flächenmässig nur wenig grössere Polen hat allein zwischen 2005 und 2009 insgesamt 270 Kilometer Autobahn gebaut, derzeit sind 700 Kilometer in Bau. Die rumänischen Behörden versprechen zwar, dass bis zum nächsten Jahr 800 Kilometer hinzukommen, aber das ist unmöglich. Zudem ist die Qualität der übrigen Strassen jämmerlich. Nur 57 Prozent sind asphaltiert. Selbst im benachbarten Bulgarien, dem ärmsten EU-Land, sind 99 Prozent der Strassen asphaltiert. Dabei leidet das zuständige Transportministerium nicht unter Geldmangel.

In der Folge sind die ausländischen Investitionen drastisch gesunken. Betrugen sie 2008, dem Jahr des Krisenbeginns, noch 9,5 Milliarden Euro, so waren es 2010 nur noch 2,7 Milliarden Euro. Die Regierung versucht dem entgegenzuwirken. So hat sie 2010 Staatsbeihilfen in Höhe von 215 Millionen Euro für zehn Projekte gezahlt, bei denen 711 Millionen Euro investiert wurden. Die Regierung von Emil Broc hofft bis 2015 mit Investitionen in Höhe von 25 Milliarden Euro. Broc erklärte kürzlich, dass derzeit 21 ausländische Investoren insgesamt 1 Milliarde Euro investieren und damit 8000 Arbeitsplätze schaffen wollen. So will der chinesische Telekom-Ausrüster Huawei sein weltweit viertes Supportzentrum in Rumänien einrichten und 1'500 Mitarbeiter einstellen.

Gerade auch die erneuerbaren Energien bieten im Land am Schwarzen Meer eine glänzende Zukunft. So errichtet die tschechische CEZ-Gruppe derzeit einen Windpark mit einer Kapazität von 600 Megawatt. Die Anlage in der Provinz Dobrogea wird dann die grösste in Europa sein und soll 1,1 Milliarden Euro kosten. Die spanische Iberdrola geht noch weiter: Sie will bis 2017 einen Windpark mit einer Kapazität von 1600 Megawatt errichten. Selbst Jucu kann hoffen: Der deutsche Autozulieferer Bisch plant eine Fabrik in unmittelbarer Nachbarschaft zur Nokiafabrik eine eigene Produktionsanlage mit tausend Beschäftigten. Doch von Dauer werden diese Investitionen nur sein, wenn das Land Bürokratie und Korruption in den Griff bekommt.

Denis Grigorescu, Bukarest

 

 

 Rumänische Pünktlichkeit

von Martin Bauer vom 25. Mai 2007 (Teil 5)

Pünktlichkeit ist in Rumänien längst nicht oberstes Gebot. Für die meisten Rumänen ist das zu spät Kommen zur Arbeit „nicht so schlimm“ an Überstunden, um die verlorene Arbeitszeit wieder nachzuholen denkt allerdings niemand. Bei Handwerkern sind Verspätungen von mehreren Stunden an der Tagesordnung.

24.6.2007 HRM

 Aber was soll’s! Wenn man beim Bezahlen der Gasrechnung jeden Monat mindestens 20 bis 40 Minuten in der Schlange stehen muss um sein Geld los zu werden.

Zerbrechliches Wirtschaftswunder in Rumänien? Der internationale Währungsfond (IWF) zweifelt am „Wirtschaftswunder“ Rumäniens. Es gebe „aufbrechende Risiken“ die unmittelbar nach wirtschaftlichen Korrekturen verlangen, nachdem das Leistungsbilanz-Defizit ständig steige. (2006 10,3% des Bruttoinlandproduktes)

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